Chipsatz im Überblick
Der nRF52832 kam 2016 mit einem 64-MHz-Cortex-M4-Prozessor und 512 kB Flash-Speicher auf den Markt, während der nRF52840 ein Jahr später mit einem 64-MHz-Cortex-M4F-Prozessor, 1 MB Flash-Speicher und einer leistungsstärkeren Funkeinheit erschien. Beide werden als vorzertifizierte Module ausgeliefert. Dank des zusätzlichen Speichers und der Sicherheitsfunktionen eignet sich der nRF52840 besonders für Anwendungen mit hohem Datenaufkommen, während der nRF52832 weiterhin die erste Wahl für kostengünstige Wearables und Gadgets ist.

Sendeleistung: +4 dBm vs. +8 dBm
Der nRF52832 erreicht eine maximale Sendeleistung von +4 dBm, der nRF52840 hingegen +8 dBm und eine Empfangsempfindlichkeit von −96 dBm. Im Freien entspricht dies einer Sichtweite von 60 m gegenüber 120 m – ein Vorteil für landwirtschaftliche Sensoren, die Bewässerungsgräben ohne zusätzliche Frontend-Chips überbrücken müssen.

Speicherbelegung: 512 kB gegenüber 1 MB
Doppelt so viel Flash-Speicher bedeutet doppelt so viel Platz für drahtlose Updates und geräteinterne ML-Modelle. Ein Fitness-Tracker auf Basis des 832 kann Herzfrequenzdaten von sieben Tagen speichern; ein Smart-Lock mit 840 kann Audit-Logs von sechs Monaten zwischenspeichern und bietet dennoch Platz für eine zweite Firmware-Version.

Sicherheitsfunktionen
Der 840 bietet zusätzlich Hardware-Verschlüsselung für AES-256, SHA-256, ECC und ARM TrustZone-M; der 832 setzt auf Software-Verschlüsselung. Für medizinische Geräte, die Sensordaten signieren müssen, verkürzt der 840 die Berechnungszeit von 90 ms auf 9 ms und reduziert den Stromverbrauch um 80 %.

Stromverbrauch: Mikroampere im Tiefschlaf
Beide verbrauchen nur 0,3 µA, selbst bei aktiviertem RAM. Der DC/DC-Wandler des 840 schaltet sich bei hoher Last automatisch um und reduziert den maximalen Sendestrom um 15 %. Ein Schrittzähler des 832 hält mit einer CR2032-Batterie fünf Jahre; ein Türschloss des 840 mit derselben Batterie sogar acht Jahre, trotz des größeren Funkmoduls.

Anschlüsse
Beide bieten SPI, I²C, UART, ADC und PWM. Der 840 verfügt zusätzlich über USB 2.0 Full-Speed ​​und QSPI für externen Flash-Speicher. Der 832 ist für Schrittzähler ausreichend; der 840 kann 320 × 320 TFT-Displays ohne externe Treiberchips ansteuern.

Anwendungsbeispiele
Ein 832-Modul ist in Fitnessarmbändern für 30 US-Dollar verbaut und sendet fünf Jahre lang jede Sekunde die Herzfrequenz. Derselbe Siliziumchip dient zur Kennzeichnung von Einkaufswagen im Supermarkt und benötigt +4 dBm, um ein 30 m entferntes Deckengateway zu erreichen.
Ein 840-Modul steuert intelligente Türschlösser für 80 US-Dollar, speichert sechs Monate an Protokollen und benötigt +8 dBm, um eine Entfernung von 120 m in einem Parkhaus zu überbrücken. Derselbe Chip steuert einen ZigBee/Thread-Grenzrouter und unterstützt gleichzeitig BLE- und 802.15.4-Stacks.

Roadmap und Realität: Beide Chips unterstützen Bluetooth 5.0 mit großer Reichweite und 2 Mbit/s Übertragungsgeschwindigkeit. Allerdings ist nur der 840 hardwareseitig für die Bluetooth-6.0-Kanalbestimmung qualifiziert – ein Firmware-Update ermöglicht die zentimetergenaue Entfernungsmessung. Wenn Ihre Produkt-Roadmap mit „ausreichend genau“ endet, wählen Sie den 832. Wenn es bei „radargenauer“ Genauigkeit bleibt, sollten Sie das Budget für den 840 einplanen.

Fazit: Für jeden Anwendungsfall das richtige Gerät. Wählen Sie den nRF52832, wenn Kosten, Größe und eine fünfjährige Batterielaufzeit wichtiger sind als ausgefeilte Kryptografie oder große Reichweite. Entscheiden Sie sich für den nRF52840, wenn Sie ein Funkmodul benötigen, das gleichzeitig als Mikroserver dient, Daten über Monate speichert und dabei sparsam im Stromverbrauch ist. Beide sind bewährte Arbeitstiere – das eine ein Sprinter, das andere ein Marathonläufer mit Rucksack.

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