Schlafmodi und Leistungsoptimierung für Bluetooth-Module

Stromverbrauch ist die entscheidende Randbedingung für batteriebetriebene IoT-Geräte. Ein richtig konfiguriertes Bluetooth-Modul kann mit derselben Batterie 2–5 Jahre laufen, die ein schlecht konfiguriertes in Tagen leert.

Energiezustände des BLE-Moduls

Zustand Strom (typisch) Aufwachverzögerung RAM-Erhalt
Aktiv TX (0 dBm) 5–7 mA Ja
Aktiv RX 4–6 mA Ja
Leerlauf 1–3 mA Ja
Schlaf (System ON) 1,5–10 µA <1 ms Ja
Tiefschlaf (System OFF) 0,1–1 µA 250–500 ms Teils/Nein
Hibernate 0,02–0,1 µA >500 ms Nein

Durchschnittsstrom-Berechnung

Beispiel bei 1000 ms Intervall: I_TX=5,5 mA, t_TX=1,5 ms, I_Schlaf=2,5 µA → I_avg ≈ 10,75 µA. Theoretisch ~10,7 Jahre bei 1000 mAh; in der Praxis 3–5 Jahre mit CR2477.

Kritische Implementierungsregeln

  • Kein Busy-Wait: Alle Warteschleifen müssen im WFE-Zustand enden
  • Ungenutzte Peripherie deaktivieren: Inaktive UART konsumiert ~1 mA
  • GPIO korrekt konfigurieren: Floatende Eingänge verursachen ~100 µA/Pin Leckstrom
  • DC-DC statt LDO aktivieren: Einsparung ~1,5 mA bei TX-Last

Sensor-Power-Gating

In BLE-Sensorknoten sind oft die Sensoren die dominanten Verbraucher. Ein GPIO-gesteuerter PMOS oder Load-Switch, der den Sensor zwischen Messungen vollständig abschaltet, ist unerlässlich. Ein Sensor mit 10 µA Ruhestrom verbraucht über 5 Jahre Laufzeit etwa 1 Jahr Batteriekapazität.

TX-Leistung und Verbindungsparameter

TX-Leistung TX-Strom Reichweite (Freifeld)
−20 dBm ~2 mA ~5 m
0 dBm ~5,5 mA ~30 m
+4 dBm ~7 mA ~50 m
+8 dBm ~10 mA ~80 m

Verbindungsintervall 500 ms–2 s + Slave Latency reduziert den Durchschnittsstrom verbundener Peripheriegeräte auf einstellige µA-Werte für Niedrig-Durchsatz-Anwendungen.

Energieeffiziente Firmware für ein Bluetooth-Modul zu entwickeln ist eine Disziplin, die Hardware-Auswahl, SoC-Konfiguration, Peripherieverwaltung und Kommunikationsparameter-Abstimmung umfasst.