
Ein Kunde schickte mir zwei Platinen, auf denen jeweils dasselbe Bluetooth-Modul saß: eine mit Chip-Antenne, eine mit einem Stab am Rand. Auf dem Bank ging der Stab elf Dezibel vor. Im Metall-Schrank gewann die Chip-Variante. An dem Tag hörte ich auf, eine einzige Antwort zu geben.
Die Chip-Antenne ist fast umsonst
Eine Chip-Antenne kostet nichts extra und braucht weder Stecker noch Kabel, nur eine freie Fläche auf der Platine, die man eh leer gelassen hätte. Wenn das Bluetooth-Modul sie schon mitbringt, zahlt man null und das Produkt wird kleiner. Die Bremse ist die Keep-out-Zone: Die Antenne braucht ein sauberes Masseflächen-Verhalten, und wer das vermasselt, verliert Reichweite, die er nicht zurückholt.
Die externe fliegt weiter
Holt man den Strahler aus dem Gehäuse, weg von Akku und Stahl, spricht ein Bluetooth-Modul plötzlich Dinge an, die vorher nicht erreichbar waren. Auf manchen Platinen maßen wir fünfzehn Dezibel Gewinn, nur weil wir das Element von der Platine abhoben. Fünfzehn Dezibel sind etwa das Dreifache an Distanz. Für ein Produkt im Metallkasten ist dieser Unterschied das ganze Projekt.
Aber das Kabel zahlt man ewig
Jeder Zentimeter Koax ist Verlust, jeder Stecker ein Ausfallpunkt. Ein billiges, bandtaugliches Kabel frisst trotzdem ein, zwei Dezibel, und der Stecker lockert sich nach ein paar Stürzen. Die externe gewinnt bei Reichweite und verliert bei Zuverlässigkeit und Stückliste, und diese Rechnung kommt auf jeder einzelnen Einheit.
Wo jede hingehört
Ein Tag ohne Platz und mit knappem Link-Budget will die Chip-Antenne. Ein an die Wand geschraubtes Gateway mit Strom und Raum will die externe. Der Fehler, den ich am oftsten sehe, ist der umgekehrte: ein winziges Gerät schleppt einen Stab mit, den es nie brauchte, oder eine feste Installation geizte bei der Antenne und brauchte dann ein zweites Gateway für denselben Boden.
Der Test, der den Streit beendet
Glaub nicht der Reichweite aus dem Datenblatt. Bau beide, pack sie ins echte Gehäuse, miss am echten Ort. Wir haben einen Halter auf einem Meter und einen festen Referenz-Knoten; die Zahl, die zählt, ist der Abstand der beiden Platinen im echten Produkt, nicht die Spec. Bei einem Design verlor die Chip-Antenne gegen die externe nur zwei Dezibel, sobald beide im Gehäuse steckten, also lieferten wir die Chip-Variante und sparten den Stecker auf vierzigtausend Einheiten.
Was ich vor der Wahl frage
Wie weit muss es gehen, in seinem eigenen Gehäuse? Ist Platz und eine saubere Massefläche da, oder ist die Platine voll? Kann jemand die externe abreißen? Wer das beantwortet, hat die Wahl. Sie sind weder besser noch schlechter. Sie sind nur für verschiedene Kästen.